B – wie Brühtemperatur

Wer mit dem klassischen Handfilter großgeworden ist, kennt das vermutlich:

Handfilter Kaffeebrühen HarioV60 Kaffeerösterei Konstanz

Wasser kochen und Kaffee aufbrühen. Einfach und schnell. Wer aber die Aromen des Kaffees nicht verfälschen oder zerstören möchte, sollte sich Gedanken über die Wassertemperatur machen. So viel sei bereits gesagt: Die eine perfekte Brühtemperatur gibt es nicht. 

Brühtemperatur: Die Basics

Welche Temperatur schlussendlich die Richtige ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Besonders wichtig sind jedoch:

  • Zubereitungsart
  • Röstgrad
  • Art der Kaffeebohne (Arabica/Robusta)

rohkaffee in Schale Kaffeerösterei Konstanz

… sowie natürlich der persönliche Geschmack. Manche mögen es lieber so, andere so. Für eine Siebträgermaschine empfiehlt man beispielsweise 89°C – 93°C, für perfekten Filterkaffee zwischen 92°C und 96°C.  Wobei auch hier in der experimentellen Kaffeeszene starke Unterschiede auftreten können. Grundsätzlich gilt bei der Brühtemperatur: Je kälter desto saurer, je heißer desto bitterer.

Espressotassen auf Siebträgermaschine Kaffeerösterei Konstanz

Welche Auswirkung hat die Brühtemperatur?

Kaltes Wasser extrahiert die Aromen deutlich langsamer als heißes Wasser. Deswegen benötigt ein guter Cold Brew Kaffee auch teilweise 12 Stunden Ziehzeit.

Wichtig: Niemals kochendes Wasser verswenden. Das Pulver verbrennt und zerstört den Geschmack. Wenn man die Temperatur nicht messen kann, gilt die Regel: Aufkochendes Wasser ca. 90 – 120 sek abkühlen lassen, bevor man das Kaffeemehl aufgießt.

Cold Brew – Kaffee, aber anders!

Cold Brew – die Kunst, Kaffee mit kaltem Wasser zu extrahieren – zeigt, dass Kaffee nicht immer aus der Kaffeemaschine kommen muss. Um Cold Brew herzustellen, gibt es zwei unterschiedliche Methoden – einmal das Cold Brew Prinzip und einmal das Cold Drip Verfahren.

Variante 1: Cold Brew

Für das Cold Brew Prinzip empfehlen wir, ein Brühverhältnis von 1:10 (z.B. 100g Kaffee: 1000ml Wasser). Der Aufguss kann in eine beliebige Kanne gegeben werden. Wir verwenden dafür die Carl Henkel Arca X Tract Kanne, welche man aber gut durch eine French Press ersetzen kann. Um die Extraktion zu intensivieren, empfiehlt es sich, das Kaffeemehl „Bloomen“ zu lassen. In unserem Fall, 100ml 95°C heißes Wasser auf das Kaffeemehl geben und gut verrühren. Dadurch kann das Co2 besser entweichen und erlaubt eine exzellente Herausarbeitung des Kaffeegeschmacks. Das nun ca. 30 Sekunden „gebloomte“ Kaffeemehl wird jetzt mit dem restlichen Wasser aufgegossen. Wie lange ein Cold Brew brühen sollte, ist Geschmackssache. Wir empfehlen eine Brühzeit von 2-4 Stunden und anschließender Lagerung im Kühlschrank. Der fertige Cold Brew ist bei richtiger Lagerung bis zu einer Woche genießbar.

Variante 2: Cold Drip

Bei dem Cold Drip Verfahren tropft ein Wassertropfen über sechs und mehr Stunden auf das Kaffeepulver. Mit einem Dosierer lässt sich die Geschwindigkeit der Tropfen einstellen. Da der Wasserdruck des oberen Gefäßes abnimmt, muss häufiger die Tropfgeschwindigkeit reduziert werden. Wir empfehlen eine Geschwindigkeit von 1,5- 2,0 Tropfen pro Sekunde und ebenfalls ein Brühverhältnis von 1:10 (z.B. 100g Kaffee und 1000ml Wasser). Der Cold Drip sieht spektakulär aus und wird deshalb gerne in Cafés benutzt.

Woher kommt kalter Kaffee?

Das Cold Brew Kaffee aktuell im Trend ist, ist nicht zu übersehen. Tatsächlich ist diese Zubereitungsmethode aber schon viele Jahrhunderte alt. Bereits im 17. Jahrhundert sollen niederländische Händler auf Ihrem Weg durch Asien Kaffee kalt zubereitet haben. Der Cold Brew Kaffee hatte für sie den großen Vorteil, dass er wesentlich einfacher zubereitet und leichter, auch in großen Mengen, transportiert werden konnte. Außerdem waren kalte Getränke in den tropischen Gebieten des heutigen Indonesiens deutlich angenehmer zu trinken als ein heißer Kaffee.

Demnach waren es damals die äußerlichen Umstände, die die kalte Zubereitung von Kaffee als Alternative hervorriefen. Natürlich gibt es auch heute noch heiße Sommertage, an denen ein kühles Getränk einfach besser schmeckt. Aber viel wichtiger ist der charakteristische Geschmack eines kalt aufgebrühten Kaffees. Bei der langsamen Zubereitung bei Zimmertemperatur werden deutlich weniger Bitterstoffe freigesetzt als bei der herkömmlichen Methode. Auch enthält ein Cold Brew Kaffee zwar wesentlich weniger Säure als das heiße Gegenstück, hat dabei aber trotzdem kaum weniger Geschmacksstoffe.

Was macht Cold Brew so einzigartig?

Kaffee ist ein sehr facettenreiches Genussmittel. Er besteht aus hunderten von verschiedenen chemischen Verbindungen und birgt über 800 Aromen. Wie bei jeder chemischen Verbindung werden die Moleküle im Kaffee von verschiedenen Temperaturen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten freigesetzt. Manche, so wie Koffein, werden immer freigesetzt. Andere nur bei hohen bzw. bei niedrigen Temperaturen. Und manche dieser Moleküle sind nicht erwünscht, wie z.B. viele der Bitterstoffe. Je nachdem, wie Sie Ihren Kaffee extrahieren, schmecken Bohnen der gleichen Kaffeesorte also völlig anders. 

Kaffee beinhaltet über 800 verschiedene Aromastoffe! Welche davon besonders zur Geltung kommen, ist Beeinflussbar durch verschiedene Faktoren, wie die Zubereitungsart und die Temperatur des Wassers.

Und das ist der Grund, weshalb Cold Brew so begehrt ist. Es ist Kaffee, aber anders. Denn die meisten kalt gebrühten Kaffees erhalten kaum Bitterstoffe und sind sehr säurearm. Außerdem finden Sie oft florale oder fruchtige Noten, die durch das schonende Herstellungsverfahren besonders betont werden. Manchmal schmeckt Ihr Cold Brew sogar nach Nuss oder Schokolade. Typisch für kalt gebrühte Kaffeeextrakte ist zudem eine natürliche Süße. So bietet sich der Cold Brew etwa auch als Zutat für Desserts oder Cocktails an.

Unser Cold Brew Rezept

Zutaten

  • 100g frisch gemahlener Kaffee (grober Mahlgrad)
  • 1 Liter kaltes Wasser
  • Eiswürfel

Schritt 1 – kaffeesorte und Mahlgrad wählen

Nehmen Sie am besten ganz frisch und grob gemahlenen Kaffee. Der grobe Mahlgrad ist wichtig, damit der Kaffee nicht überextrahiert, ganz besonders bei der langen Ziehzeit. Die Cold Brew Methode offeriert Ihnen in der entstehenden Essenz nur das Beste der Kaffeebohne. Generell eignet sich jede Kaffeesorte für unser Cold Brew Rezept. Feine Nuancen des Kaffees bilden sich bei der Methodik wunderschön heraus. Bitterstoffe und Säure werden reduziert. Besonders die Fruchtigkeit eines Kaffees kommt gut zur Geltung. Unser Tipp – der Brasil Fazenda Santa Luzia, er überzeugt als Cold Brew mit seiner samten und durchaus ausbalancierten Kakaonote.

 

Schritt 2 – Kaffee in den Kaffebereiter oder das Gefäß füllen

Nun wird der grob gemahlene Kaffee in den Kaffeebereiter oder das Gefäß gegeben. Wir empfehlen einen Kaffeebereiter, mit dem Sie nach der Extraktionszeit direkt filtern können, z.B French Press, Chemex oder die AeroPress.

Schritt 3 – blooming

Erhitzen Sie 100ml von dem kalten Wasser auf 90,5°C bis maximal 95°C . Gießen sie es anschließend langsam auf das Kaffeemehl, so dass es gleichmäßig mit Wasser bedeckt ist. Geben Sie die restlichen 900ml nach einer Ziehzeit von 30 Sekunden auf das Kaffeemehl.

Schritt 4 – Vorsichtig umrühren

Einmal vorsichtig durchs Kaffeemehl rühren und anschließend abdecken.

Schritt 5 – Extrahieren lassen

Den Cold Brew nun für 2-4 Stunden möglichst bei Zimmertemperatur extrahieren.

Schritt 6 – Filtern

Nach der gewählten Extraktionszeit kommt das Filtern des Cold Brew Coffee. Je nach verwendetem Kaffeebereiter können Sie direkt oder in ein anderes Gefäß filtern. Bei der French Press können Sie den Pressstempel drücken und dann den Coffee abfüllen. Durch den sehr groben Filter beinhaltet das fertige Produkt jedoch noch viele Schwebstoffe, sowie Kaffeeöl. Ein feineres Endresultat erreichen Sie mit einem Papierfilter, wie mit dem Handfilter, einer Chemex oder der AeroPress. Aber dies ist Geschmackssache und lässt viel Spielraum zum Experimentieren.

Schritt 7 – Kaltstellen und Genießen

Anschließend können Sie Ihren Cold Brew nun zum Kühlen in den Kühlschrank stellen, in dem er sich problemlos bis zu einer Woche lagern lässt. Nun benötigen Sie nur noch ein Glas und ein paar Eiswürfel, um Ihren Cold Brew Kaffee zu genießen.

Schritt 8 – Lagerung

Damit Ihr Cold Brew möglichst lange genießbar bleibt, empfiehlt es sich, diesen in eine luftdichte Flasche zu füllen und im Kühlschrank zu lagern.

Wer möchte, kann seinen Cold Brew auch mit einem leckeren Tonic Water aufpeppen. Dabei empfehlen wir jedoch eine längere Extraktionszeit von etwa 8-12 Stunden. Das Mischverhältnis sollte hier 1:1 sein, z.B. 150ml Cold Brew, 150ml Tonic Water.

Als kleiner Tipp: Wenn Sie zuerst Eiswürfel und Tonic und danach den Cold Brew langsam einfüllen, entstehen Schichten im Glas. Das Auge trinkt schließlich mit!

Unser fazit

Der Cold Brew Kaffee begeistert uns durch seinen unvergleichlichen, besonderen Geschmack. Jede Kaffeesorte schmeckt man durch die kalte und lange Extraktion in den feinsten Nuancen. Anders als bei Eiskaffee & Co., welche meist mit löslichem Kaffeepulver zubereitet werden, ist hier der Rohstoff eine natürliche, wertvolle Kaffeebohne, die nicht weiterbehandelt wurde. Der Cold Brew Kaffee ist die perfekte Kaffee Alternative für andere koffeinhaltige und zumeist ungesunde Getränke. Durch die Vielfalt an Zubereitungsmöglichkeiten ist der Cold Brew ein echter Allrounder und macht Liebhaber von Milchkaffee, aber auch Espresso Genießer glücklich.

Vorteile 

  • Wenn Sie Liebhaber von Eiskaffee und Café Frappé sind, dann werden Sie den Cold Brew Kaffee lieben. Eine herrlichere Erfrischung an heißen Sommertagen gibt es nicht für Freunde von Kaffeespezialitäten.
  • Durch die schonende Extraktion enthält der Cold Brew Kaffee nur das Beste aus der Kaffeebohne. Die Kaffeesäure wird auf ein Minimum reduziert, Bitterstoffe abgebaut und der entstehende Geschmack ist mit einem heißen Kaffee nicht zu vergleichen.

Nachteile

  • Die lange Extraktionszeit. Sicher bedarf es einer längeren Ziehzeit als bei heiß aufgebrühtem Kaffee, bis der Cold Brew Kaffee endlich verzehrt werden kann. Aber hat es nicht auch etwas Positives in Zeiten von „Knopfdrücken – Kaffee fertig“, wenn das Kaffee zubereiten zu einem Ritual wird? 

C – wie Crema

Die Crema – Vielleicht haben Sie in einem Café schon einmal Sätze aufgefangen wie „Die Crema ist fast perfekt!“. Die Crema ist wichtiger Bestandteil eines Espressos. Wir erklären, worauf es ankommt und was einem die Crema über den Espresso verrät.

Espresso Siebträgermaschine Kaffeerösterei Konstanz

Was ist die Crema?

Die Crema ist die Schaumschicht auf dem Espresso – also das, was man sieht, wenn man in die Tasse schaut. Sie entsteht durch die Lösungen von Kaffeeölen während der Zubereitung und der anschließenden Vermischung mit Wasser und Kohlendioxid. Sie besteht aus den gelösten Kaffeeölen, Kohlendioxid, Zuckerarten und auch Proteinen. Probiert man die Crema pur sollte man sich auf einen bitteren Geschmack vorbereiten!

Was verrät uns die Crema?

An der Crema kann man einiges über den verwendeten Kaffee sowie über die Extraktion erfahren. Man könnte sagen, sie ist „Das Fenster zum Espresso“. Die Crema wird anhand folgender Merkmale charakterisiert: zu hell, zu dunkel, zu viel, zu wenig und perfekt. Wie sie schlussendlich aussieht, wird von vielen Faktoren beeinflusst.

Alter der Kaffeebohnen

Kaffeebohnen verlieren mit der Zeit das eingeschlossene CO2. Dieses sorgt maßgeblich für die Schäumung und Festigkeit der Crema. Wenn die Crema auf ihrem Espresso also dünn, zu hell und rissig ist, kann es sein, dass die verwendeten Bohnen schon älter sind. Genau das Gegenteil passiert bei zu frischen Kaffeebohnen, welche einen erhöhten CO2 Gehalt haben. Hier wird die Crema zu dick und zu hell auf dem Espresso.

Mahlgrad der Bohnen

Wie bei jeder anderen Zubereitungsart ist der Mahlgrad des Kaffeepulvers entscheidend bei der Extraktion. Ist dieser zu fein, wird die Crema ebenfalls dünn und dunkel. Wie kommt das? Bei zu fein gemahlenem Kaffeemehl ist die Kontaktfläche des Wassers mit dem Kaffeepulver zu groß und das Wasser benötigt zu lange zum Durchlaufen. Dadurch kommt es zu einer Überextraktion des Espressos. Genau das Gegenteil passiert bei zu grob gemahlenem Kaffeepulver: Das Wasser hat zu wenig Kontaktzeit mit dem Kaffeepulver und es kommt zu einer Unterextraktion. Die Crema wird hierbei hell und instabil.

Temperatur des Wassers

Wird ein Espresso mit zu hoher Temperatur gebrüht (Brühtemperatur), wird die Crema sehr dunkel. Bei Brühvorgängen gilt allgemein: Je heißer, desto bitterer das Ergebnis. Eine dunkle Crema spricht also für zu viele gelöste Inhaltsstoffe des Kaffees und dadurch einen sehr bitteren Geschmack. Eine helle Crema dagegen spricht für eine zu niedrige Brühtemperatur. Es können nicht genug Aromen und Inhaltsstoffe gelöst werden und das Ergenis ist eine helle wie dünne und flüchtige Crema.

Menge des kaffeepulvers

Es scheint trivial, aber auch die Menge des Kaffeepulvers ist ausschlaggebend. Die Menge hängt dabei von dem gewünschten Endergebnis ab. Ein doppelter Espresso braucht selbstverständlich mehr Kaffeemehl als ein einfacher. Hierbei spricht man von der so genannten Brew Ratiowas ein Thema für sich ist. Die traditionelle italienische Brew Ratio besteht aus 7g Kaffeemehl für 25 ml Espresso.

Tamperdruck

Das richtige Tampen ist nicht nur für eine gleichmäßige Extraktion, sondern eben auch für eine gelungene Crema entscheidend. Ist das Kaffeemehl zu locker in dem Siebträger, ergibt das eine luftige und dünne Crema, da nicht genug Druck aufgebaut werden kann um das CO2 und weitere Inhaltsstoffe zu aus dem Pulver zu lösen. Ist das Kaffeemehl hingegen zu fest angedrückt, hat es das Wasser zu schwer hindurchzukommen und die Crema wird dunkel und bitter.

Weiterhin ist der Wasserdruck der Espressomaschine ausschlaggebend für die Stärke der Crema. Ist dieser zu gering, verfliegt die Crema schnell.

Tasse Kaffee mit Keks im Feinkostgeschäft Kaffeerösterei Konstanz

Wie sieht die perfekte Crema aus?

Fassen wir noch ein Mal zusammen: Die perfekte Crema ist ein ausgewogenes Zusammenspiel aus allen Faktoren. Nicht zu hell, nicht zu dunkel. Nicht zu starr, nicht zu luftig. Sie sollte einen Haselnussbraunen Farbton haben, gleichmäßige Poren besitzen (die mit bloßem Auge fast nicht zu erkennen sind) und stabil auf dem Espresso liegen.

Zu helle / dünne / flüchtige Crema: alte Kaffeebohnen, zu grober Mahlgrad, zu kaltes Wasser, zu wenig Tamperdruck, zu wenig Kaffeemehl.

Zu dunkle / kräftige Crema: Kaffeebohnen etwas zu frisch, zu feiner Mahlgrad, zu heißes Wasser, zu viel Tamperdruck, zu viel Kaffeemehl.

Crema Testen

Wenn Sie ihren Espresso gerne mit Zucker trinken, können Sie einen Kaffeelöffel Kristallzucker auf die Crema geben und beobachten, wie lange es braucht, bis er untergeht. Ist es eine gute Crema, sollte das ca. 3-5 Sekunden gehen. Bei einem guten Espresso mit den richtigen Bohnen benötigt man aber nicht zwingend Zucker, um ihn genießen zu können! Die Crema kann aber trotzdem getestet werden, indem man vorsichtig mit einem Löffel den Espresso umrührt. Sie sollte sich von selbst wieder zusammenziehen und stabilisieren.

A – wie Arabica

Es gibt rund 60 verschiedene Sorten Kaffeebohnen – aber nur zwei sind dabei mit einem Marktanteil von 99% wirklich von Bedeutung: Coffea Arabica und Coffea Canephora. Die Coffea Arabica ist die Pflanze, die den bekannten Arabicakaffee produziert. Dieser ist mit 60-70% des weltweiten Handels die absolute Nummer 1 – doch woher kommt die Pflanze und wie kam sie zu ihrer Beliebtheit?

Zur Pflanze Coffea Arabica

Die Coffea Arabica ist ein Hybrid aus Coffea Canephora und Coffea Eugenioides und gehört zu den rund 500 verschiedenen Gattungen der Familie der Rötegewächse. Sie entstand vor ca. 10.000 – 15.000 Jahren im südlichen Äthiopien, welches daher als Ursprungsland des Kaffees gilt. Entdeckt wurde die Kaffeebohne dort jedoch erst im 11. Jahrhundert. Der Name Arabica kommt daher, dass man früher – irrtümlich – den Jemen als Ursprungsort der Kaffeepflanze annahm. Arabica Kaffeebohnen erkennt man an ihrer leicht ovalen Form, mit einer geschwungenen Kerbe. 

Coffea Arabica Kaffeerösterei Konstanz

Wie werden Arabicabohnen angebaut?

Arabica Kaffee ist empfindlich, was die Anbaubedingungen angeht. Gepflanzt wird er hauptsächlich in einer Höhe von 1000 – 2000 Metern. Wichtig ist dabei ein gemäßigtes Klima – das sind die Regionen, in denen die Jahresmitteltemperatur um die 20°C liegt. Ist es über längere Zeit zu warm oder zu kalt kommt es zu schlechten Ernten. Auch die Niederschlagsmenge spielt eine wichtige Rolle: idealerweise liegt diese zwischen 1500 und 2500 mm im Jahr.

Wie schmecken Arabicabohnen?

Geschmacklich bieten Arabicabohnen eine Vielzahl an Aromen. Aufgrund der vielen Varianten dieser Pflanze (Varietäten) ist es unmöglich, eine bestimmte Richtung zu geben. Varietäten sind zufällige oder absichtliche Hybride von verschiedenen Kaffeepflanzen. Die bekanntesten Varietäten sind z.B Maragogype oder Bourbon. Hier liegt das Geheimnis der vielen verschiedenen Aromen – Jede Varietät hat ein anderes Geschmacksprofil, welches durch den Anbau (Boden), die Verarbeitung und die Röstung verfeinert werden kann. Ebenso die Zubereitungsart kann eher die einen oder anderen Aromen deutlicher hervorbringen.

Botanik und Varietäten der Coffeapflanze

Ein Hinweis auf die Varietät bieten oft die Bezeichnungen der Kaffeesorten. So ist unser Brasil Yellow Bourbon ein brasilianischer Kaffee der Varietät „Yellow Bourbon“. Ein anderes Beispiel wäre Ethiopia Harrar Longberry: Hier findet sich das Herkunftsland (Äthiopien), der Herkunftsort (Harrar) und die Varietät (Longberry).

Honey Process – die moderne Aufbereitung

„Honey processed coffee“ ist eine moderne Art der halbtrockenen Aufbereitung. Sie wurde das erste Mal 2003 in Costa Rica verwendet. Ein japanischer Kaffee Importeur hatte diese Idee zur Aufbereitung. Die Kaffeekirschen werden dabei über einen bestimmten Zeitraum in Luftdichten Behältern eingeschlossen, wodurch natürliche Mikroorganismen für die Fermentation sorgen.

Wie funktioniert die Aufbereitung?

Nach der Ernte wird die Kaffeekirsche zuerst in einen Schwemmkanal geschickt, indem die reifen und unreifen Kirschen von den schwimmenden „Floaters“ getrennt werden.
Danach kommen die Bohnen in einen Zylinder aus Metall. In diesem werden durch Zentrifugalkraft Fruchtfleisch und Kaffeebohne getrennt. Nach diesem Vorgang bleiben nur Bohnen mit Pergamenthaut und Mucilage ( das ist eine dünne Schicht vom Fruchtschleim) übrig. In diesem Zustand wird die Kaffeekirsche anschließend getrocknet.

Wieso „honey processed“?

Obwohl der Name „honey processed“ darauf schließen lässt wird bei dieser Aufbereitung nicht mit Honig gearbeitet.

Der Name kommt vom weichen und klebrigen Fruchtfleisch, das nach dem Entpulpen, also nach dem Entfernen der Schale, an der Bohne hängen bleibt. Da die Konsistenz sehr an Honig erinnert, wird diese Art der Aufbereitung „honey processed“ genannt.
Durch die Trocknung mit Fruchtfleisch und ohne Schale enthält Kaffee, der nach diesem Verfahren verarbeitet wird, mehr Körper und Geschmack mit einer wesentlich angenehmeren Säure.

Abstufungen der Aufbereitung

Je nach Technik und Trocknungszeit kann aber auch zwischen der normalen, weißen, gelben, roten oder schwarzen „honey processed“- Aufbereitung unterschieden werden.

Normal

Die normale Aufbereitung ist die schnellste Stufe. Dabei werden die Bohnen ungefähr acht Tage in der Sonne getrocknet und erreichen am Schluss eine gelbe Farbe.

Rot

Die rote „honey process“ Stufe dauert etwas länger, denn hier findet die Trocknung an wolkenreichen Tagen statt und dauert ungefähr zwölf Tage.

Gelb

Beim „Yellow honey“ werden die Bohnen nach dem Pulpen gewaschen und danach in die Sonne zum Trocknen gelegt. Dadurch, dass nicht mehr so viel Mucilage an der Bohne vorhanden ist, nimmt diese beim trocknen einen hellgelben Farbton an.

Weiß

Der „White honey processed coffee“ wird genau wie bei der gelben Aufbereitung gepulpt und gewaschen, jedoch ist die Waschung intensiver. Dadurch ist auf der Bohne noch weniger Mucilage vorhanden, weshalb sich die Bohnen beim Trocknen fast gar nicht verfärben.

Schwarz

Bei der schwarzen „honey“ Aufbereitung kommt der Kaffee auf ein Gestell, das an traditionelle afrikanische Betten erinnert, und wird mit schwarzer Folie bedeckt. Dadurch, dass diese Herstellungsweise am arbeits- und zeitintensivsten ist, ist der schwarze „honey processed“ Kaffee auch der teuerste. Den Unterschied sieht man nicht nur am Rohkaffee, man schmeckt ihn auch in der Tasse.

Honey-Processed- Kaffees haben aufgrund der Fruchtsüße, die durch die Mucilage während des Trockenvorgangs an der Kaffeebohne verbleibt, intensive und süße Aromen. Dank der unterschiedlichen Formen des Honey Processing entwickeln sich aber noch weitere charakteristische Geschmacksnoten, die schon mal an Wein oder gar Whisky erinnern. Besonders bei Kaffees aus Costa Rica kann man intensive Noten von Honig erwarten. Weitere Geschmacksnoten sind Rohrzucker, Trockenfrüchte und selbstverständlich Kirsche.

Kaffeesäcke – mehr als praktisch!

Leere Kaffeesäcke werden nicht weggeworfen

Kaffeedack Kleid

Bei uns in der Rösterei angekommen, werden die Nähte an unseren Kaffeesäcken von Hand geöffnet. So bleiben die Kaffeesäcke unversehrt und die Motive vollständig. Aus den leeren Kaffeesäcken lassen sich nun die unterschiedlichsten Dinge herstellen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt! Das Flair, das die Kaffeesäcke z. B. in Wohnräumen verbreiten, ist sehr schön. Bunt bedruckte Jutesäcke lassen sich als individuelles Bild einfach in einen Rahmen spannen und an die Wand hängen. Man kann ebenso wunderschöne und widerstandsfähige Dinge für den Alltag herstellen wie z. B. Kleider, Kissenbezüge, Kleidersäcke, kleine Säckchen für den nächsten Adventskalender oder Duftsäckchen für den Kleiderschrank, Taschen, Rucksäcke, Hüte oder auch Übertöpfe aus den Jutesäcken sind ein wahrer Hingucker. Alte Stühle lassen sich mit ein wenig handwerklichem Geschick neu beziehen und sind dann auch Outdoor prima einzusetzen. Für die Gartenfreunde eignen sie sich auch als dekorativer Winterschutz für die Kübelpflanzen. Auf verschiedenen Kanälen wie z.B. Pinterest oder YouTube findet man tolle Anleitungen zum Upcycling der Kaffeesäcke.

DIY Adventskalender

 

DIY Adventskalender

Wie verarbeite ich Kaffeesäcke?

Kaffeesäcke lassen sich wunderbar verarbeiten und die Ergebnisse sind am Ende individuelle Einzelstücke mit einem leicht industriellem look. Zum Verarbeiten wie z.B. Nähen eignen sich größere Nadeln, z.B. Jeans- oder Leder-Nadeln. Auch sollte eine scharfe Schere zum Einsatz kommen. Es empfiehlt sich, die dicken Nähte des Jutesacks vor dem Verarbeiten heraus zu trennen.

Sogar Designer verwenden mittlerweile die sehr guten Eigenschaften des Jutesacks. Mode-Designer nähen komplette Outfits für die Dame. Möbel-Designer schätzen die Faser und stellen daraus handgestrickte Teppiche her.

 

Was ist ein Kaffeesack?

Ein Kaffeesack ist eine offizielle Maßeinheit für den Rohkaffee. Ein Sack enthält in der Regel 60 kg oder 69 kg Kaffeebohnen. Säcke aus Afrika, Brasilien oder Indonesien enthalten 60 kg und Säcke aus Mittelamerika 69 kg.

Die krumme Zahl 69 leitet sich übrigens von der spanischen Maßeinheit ab: diese Säcke enthalten 150 spanische Pfund Rohkaffee.

Das Wort Sack beschreibt neben der Maßeinheit auch die Verpackung, in der der Kaffee transportiert wird. Die Kaffeesäcke bestehen in der Regel aus Jute. Pro Jahr werden weltweit ca. 140 Millionen Kaffeesäcke mit 60kg produziert. Aus Brasilien, dem größten Kaffeeexportland der Welt kommen ca. 30 Millionen Säcke. Um einen Sack mit 60 kg Rohkaffee zu befüllen müssen etwa 100 Kaffeebäume abgeerntet werden.

Kaffeebauer Äthiopien Kaffeesack

Die Kaffeesäcke aus Jute sind schön griffig, was das Verladen für die Arbeiter einfacher macht. Durch ihre raue Oberflächen-struktur verrutschen die gestapelten Säcke nicht. Die groben Maschen sind atmungsaktiv, so dass die Kaffeebohnen auf ihren oft wochenlangen Reisen nicht schimmeln.

Vor allen Dingen sind Jutesäcke umweltverträglich, da die Naturfasern vollständig biologisch abbaubar sind. Zudem können durch Upcycling tolle individuelle neue Dinge für den täglichen Gebrauch hergestellt werden. Die Herstellung der Kaffeesäcke ist aufwändig und erfolgt in Handarbeit. Das macht die Säcke relativ teuer und ist für Kaffeeproduzenten wohl der größte Nachteil. Jeder Kaffeesack ist mit einer so genannten Lotnummer oder Batchnummer versehen. Diese dient der Identifikation des Produktes. Sie wird vom Hersteller vergeben und kennzeichnet z.B. die Produktionsmenge aus derselben Lieferung. Dadurch können sie Kaffeesäcke kein zweites Mal vom Hersteller verwendet werden.

Unsere Kaffeesäcke kommen aus den unterschiedlichsten Regionen dieser Welt: Afrika, Asien, Mittel- und Südamerika. So unterschiedlich der Herkunftsländer der Kaffeebohnen sind, so unterschiedlich ist auch das Design der Jutesäcke: mal schlicht, mal bunt und individuell bedruckt. Kaffeesäcke aus Brasilien, Papua Neu Guinea oder Kolumbien sind oft mit bunten Bildern versehen. Aus der Region Santa Luzia, Brasilien kommen sogar grüne Säcke. 

In den Jutesäcken reist der Rohkaffee um die ganze Welt: per Schiff, per Flugzeug oder auf der Straße. Üblicherweise wird der Kaffee in Containern nach Europa transportiert. In einem Container haben ca. 100 Säcke Rohkaffee Platz. Für die industrielle Röstkaffee-Herstellung wird der Kaffee lose als Schüttgut im Container verschifft. Unser Rohkaffee kommt in Jutesäcken Hamburg an und lagert dort in unserem Lager, bis er per Spedition bei uns in Konstanz angeliefert wird.